7. Dez. 2007

Telefonieren Sie nicht mehr!?

Piktogramm: Ein rosa Telefon im Mülleimer

Damals gab es hier noch kein entbündeltes ADSL. Auch als im Juli dieses Jahres die Mindestvertragslaufzeit bei 1&1 auslief, war noch kein nacktes DSL zu bekommen. Jedoch verließ ich in weiser Voraussicht zunächst 1&1, um nicht weitere 12 Monate gebunden zu sein. Diese langen Laufzeiten empfand ich schon immer als Zumutung – mittlerweile ist bei 1&1 und den meisten Konkurrenten sogar eine Laufzeit von 24 Monaten üblich.

Der Ausstieg bei 1&1 war kein Problem, weil ich, bedingt durch andere Umstände, gut ein paar Wochen ohne Internet-Anschluss zuhause auskam. So ein Wechsel läuft ja bekanntlich selten reibungslos. Im September meldete dann die Verfügbarkeits-Abfrage bei Alice DSL, dass die “Light”-Variante – DSL ohne Telefonanschluss – verfügbar sei.

Warum Alice? Man hört schließlich auch viel über schlechten Service dort. Nun – schlechter Service kann einem überall begegnen, davor ist man nirgendwo sicher. Ausnahmen (AVM, Apple) bestätigen die Regel …
Vor allem aber standen für mich folgende Bedingungen fest:

  • keine Mindestvertragslaufzeit
  • DSL ohne Telefonanschluss
  • günstiger Preis

Dadurch trennte sich ziemlich schnell die Spreu vom Weizen. Natürlich erwies sich die Umstellung dann als typische Odyssee, wie sie bundesweit wahrscheinlich tausendfach vorkommt und die ich daher hier nicht auch noch ausführlich wiedergeben möchte – nur soviel:

Es war nur noch der analoge Telefonanschluss der Telekom vorhanden. Bei der Auftragserteilung wurde Alice ermächtigt, diesen Anschluss zu kündigen und zu übernehmen, dazu wurde ein entsprechender Vordruck unterschrieben an Alice gefaxt, damit dort ein “richtiges” Dokument vorliegt, mit welchem gegenüber der Telekom die Echtheit meines Kündigungs- und Wechselwunsches belegt werden kann.

Als nach gut zwei Monaten und etlichen Beteuerungen der Alice-Mitarbeiter, die Freigabe des Anschlusses wiederholt bei der Telekom angemahnt zu haben, sich noch immer nichts tat, ist mir der Kragen geplatzt. Schließlich hatte ich durch die Verzögerung zwei Monate lang gute 16 Euro Grundgebühr pro Monat für einen Anschluss gezahlt, für den ich keine Verwendung mehr hatte. Also habe ich den Telekom-Anschluss noch einmal selbst gekündigt, schriftlich, per Fax, zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Und plötzlich lief alles wie geschmiert. Am nächsten Werktag wurde der Kündigungstermin (26.11.) seitens der Telekom telefonisch bestätigt. Dann wurde es verdächtig: Alice meldete kurze Zeit später, am 28.11. den Anschluss übernehmen und DSL schalten zu können. (Warum nicht am 26. oder wenigsten am nächsten Tag? Der Schaltungstermin wird von Telekom festgelegt, da ihr ja die “letzte Meile” gehört.) Richtig verräterisch war dann die schriftliche Kündigungsbestätigung der Telekom: darin wurde plötzlich nicht nur abweichend von der telefonischen Bestätigung ebenfalls der 28.11. als Termin genannt, sondern sich auch auf ein Kündigungsschreiben von September bezogen (womit nur der an Alice gefaxte, unterschriebene Vordruck gemeint sein kann). Ein Schelm, wer böses dabei denkt …

Ich kann jedenfalls nur raten: Wer die Telekom loswerden will, sollte lieber zweimal kündigen. Mitleid hat kurzzeitig nur die Dame von der Telekom ausgelöst, die mich anrief, um die Kündigung zu bestätigen und anscheinend angehalten war, dem Kunden die Kündigung wieder auszureden. Der verzweifelte Versuch, mich umzustimmen, lief ungefähr so ab:

“Warum wollen Sie ihren Anschluss kündigen?”
“Ich habe keine Verwendung mehr dafür.”
“Warum? Telefonieren Sie nicht mehr!?”

Ich musste kurz ein Lachen unterdrücken, bevor ich ihr erklärt habe, dass es fürs Telefonieren auch noch andere Möglichkeiten gibt, als die Telekom.

Für mehr “Spaß” mit der Telekom empfehle ich übrigens wärmstens diese sehr unterhaltsame Lektüre von Bernd Kreutz; allerdings sollten Sie Whisk(e)y mögen und halbwegs trinkfest sein …



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