24. Feb. 2009
Safari 4
Schneller durch Nitro
Heute hat Apple eine Public Beta von Safari 4 veröffentlicht und wieder einmal enorme Geschwindigkeitszuwächse versprochen. Der erste Eindruck ist sehr gut, besonders bei den vielen intensiv mit JavaScripts angereicherten Websites scheint die verbesserte „Nitro Engine“ ihre Vorteile auszuspielen. Da ich für den Seitenaufbau beim Internet-Gucken sehr wenig Geduld aufbringe, bin insofern schon mal recht begeistert vom neuen Safari mit Nitro-Tuning.
Safari 4 JavaScript Perfomance (Quelle: Apple)
Beim Testen von Websites mit verschiedenen Browsern bin ich als konsequenter Safari-Nutzer immer wieder aufs Neue überrascht gewesen, wie träge und wenig komfortabel sich sowohl Firefox und IE7 auf Windows als auch Firefox auf Mac OS X im Vergleich zu Safari vorkommen. Eine Zeit lang begründete ich die besondere Trägheit der Windows-Versionen von Firefox und IE7 mit den Perfomance-Nachteilen des virtualisierten Windows – bis ich aus Neugierde Safari 3 für Windows ausprobierte: Die vollmundigen Versprechungen schienen hier ausnahmsweise einmal voll und ganz zuzutreffen! Jedenfalls war Safari auf dem virtuellen Windows richtig flott im Vergleich zu Firefox und Internet Explorer.
Die neue Anordnung der Tabs in Safari 4
Neue Tab-Anordnung spart Platz
Abgesehen von den neuen Spielereien à la Cover Flow, finde ich es sehr bemerkenswert, welchen Weg Apple bei der Weiterentwicklung der Benutzeroberfläche einschlägt. Obwohl Bildschirme, wie sowieso fast alles, allgemein zu immer größeren Dimensionen tendieren, hat man mit einer simplen Änderung Platz einsparen können. Trotz recht üppiger Auflösungen auch bei Notebook-Displays war nämlich seit der Etablierung des 16:10-Formats zum Quasi-Standard eins trotzdem oft knapp: Vertikaler Platz auf dem Bildschirm. Die Designer haben anscheinend erkannt, dass die „Höhe“ oft rar ist und haben kurzerhand die Tab-Leiste in die Titelzeile des Safari-Fensters verbannt. Die neue Anordnung ist zwar sicherlich gewöhnungsbedürftig, aber schlau, denn die Titelzeile war bei der Benutzung von Tabs eigentlich redundant, denn der Tab ist ja auch mit dem Titel der aktuellen Website beschriftet. Einziger Nachteil ist m.E., dass bei vielen Tabs und/oder langen Titeln nicht viel vom Titel sichtbar ist, was ich aber als marginal empfinde.
Apple setzt Zeichen für OS-spezifisches natives Look-and-Feel
Bei Adobe-Produkten kann man sich, besonders seit CS4, ausgiebig in kaputten UI-Elementen suhlen, weil Adobe bei den Programmoberflächen stur sein eigenes Süppchen kocht, anstatt die nativen Oberflächen des jeweiligen OS zu benutzen und dabei vermutlich mehr Bugs und Inkonsistenzen produziert, als Neuseeland Schafe hat.
Native Look and Feel auch bei Safari für Windows (Quelle: Apple)
Anders bei Safari 4: Apple wirbt mit „Windows Native Look and Feel“. Was auch immer man von der Vista- oder der XP-Oberfläche halten mag – diese Entscheidung ist für die Windows-Version von Safari ein großer Schritt in die richtige Richtung und sollte für Software-Entwickler ein leuchtendes Beispiel sein. Ich meine, es ist schon sehr überraschend, dass ausgerechnet Apple hier zum guten Vorbild wird, denn bisher hat man dort das Mac-Look-and-Feel von iTunes und Safari dickköpfig auch den jeweiligen Windows-Ausgaben aufgezwungen.
Ob Apple demnächst auch endlich beim Design-Fehler der Spiegel-Displays zur Vernunft kommt … ?
Kommentare:
schöner erster blick..werde ich mir gleich mal anschauen.
bei den spiegel-displays muss ich wiedersprechen…im sinne des design sind sie für imac und macbooks eine super lösung
was farben und spiegelung angeht natürlich nicht optimal, aber hierfür sollte man eh einen guten externen benutzen.
…ich persönlich hatte mit spiegelungen, wenn auch diffus, mehr probleme mit dem alten powerbook (matt) als mit dem aktuellen macbook pro
Nun, da habe ich eine andere Auffassung des Begriffs Design. Wenn es „schön aussieht“, aber die eigentliche Funktion beeinträchtigt ist, ist es für mich eben gerade kein gutes Design. Ein Stuhl, der total unbequem ist, kann ja trotzdem „schön“ sein, aber als Gebrauchsgegenstand ist er dann schlecht gestaltet.
Das mit dem Stuhl stimmt wohl. Allerdings ist es so, dass der Glasbildschirm die eigentliche Funktion nicht beeinträchtigt und der Matte keine Vorteil dazu bildet.
…hatte ich auch lange bezweifelt.
Farbecht sind beide nicht und anfällig für Licht sind sie gleichermaßen.
Naja, an sich aber auch egal, da werden die Gemüter noch lange diskutieren.