17. Jan. 2006
Macworld 2006 – eine Woche danach
Steve Jobs’ Keynote von der diesjährigen Macworld in San Francisco ist heute sieben Tage her – Zeit für ein kleines persönliches Resümee über die neuen Apple-Rechner mit Intel-CPU:
Das Design des MacBook Pro hat sich gegenüber dem PowerBook nicht wesentlich geändert, der neue iMac sieht exakt so aus, wie das Vorgängermodell. Dazu Jobs im Interview: “The form factors are perfect, we don’t know how to make them any better.” Das sehe ich auch so und hoffe, dass Apple auch in Zukunft das Produktdesign nur verändert, um etwas zu verbessern und nicht etwa wegen des angeblichen Zwanges, ständig “was Neues” bringen zu müssen.
Eine Veränderung, die man nicht sieht, gibt es beim MBP dennoch: Die Antennen befinden sich nicht mehr im Displaydeckel, sondern in dessen Scharnier. Der Grund dafür ist vermutlich der Versuch, die bei den aktuellen aktuellen PowerBooks etwas schlechte Emfangsleistung zu verbessern.
Das SuperDrive des MacBook Pro wurde seit der Keynote viel für seine fehlende Double-Layer-Unterstützung kritisiert. Für Leute, die DVD wirklich einsetzen, mag das natürlich ein großes Manko sein. Mir persönlich ist das ziemlich egal; ich habe der ganzen DVD-Technik bisher noch nie allzuviel abgewinnen können und habe sowieso nicht vor, die DVD-Brennfunktionalität häufig einzusetzen. Bisher bin ich ganz ohne DVD-Brenner ausgekommen.
Die Akkulaufzeit: Etwas aufgeregt wurde kurz nach der Keynote allerorten festgestellt, dass Steve Jobs gar nichts zur Akkulaufzeit des MacBook Pro gesagt hat. Die Aufregung war wohl umsonst, denn mittlerweile hat sich Jobs, ebenfalls im o.g. Interview, dazu geäußert, wie wohl die Akkulaufzeit ausfallen wird: “About the same—this with a dual processor! Each processor is as fast as a G5, and the battery life will be the same as G4.” Für diejenigen, die hier eine bahnbrechende Innovation erwartet hatten, ist das wohl eine Enttäuschung, aber zumindest gibt es (laut Jobs) auch keine Verschlechterung – trotz dramatischem Leistungsschub.
Womit man beim Thema Performance wäre – Eric Bangeman hat in einem ausführlichen Test eines 17-Zoll-iMac das festgestellt, was eigentlich zu erwarten war: Optimierte, als Universal Binary vorliegende Software ist auf dem Intel-Prozessor sauschnell, ältere Software, die von Rosetta in Echtzeit “übersetzt” werden muss, dagegen nicht so. Erstaunlich ist immerhin, wie reibungslos ältere Software trotz alledem läuft – außer, dass es etwas gemächlicher geht, merkt man von Rosetta nichts.
Steve Jobs erwartet, dass die Portierung von “Pro-Apps” wie Photoshop noch bis Frühjahr oder Sommer dauert.
Windows läuft, wie zu erwarten, nicht ohne weiteres auf einem Intel-Mac. Was die Szene demnächst an Tricksereien hervorbringen wird, damit Windows trotzdem läuft, bleibt ebenfalls abzuwarten, das Erscheinen von Hacks gilt aber als sicher. Viel eleganter dürfte jedoch auch sein, Windows mit einer von Microsoft noch fertigzustellenden Mactel-kompatiblen VirtualPC-Version laufen zu lassen. Die Geschwindigkeit dürfte ganz erheblich besser sein, als bei einer Emulation auf einem PowerPC-Mac.