6. Feb. 2009

Apples Spiegel-Displays: Land in Sicht?

Unfassbar, aber wahr ist, dass Apple 2008 gleichzeitig einerseits eine geniale Produktdesign-Entwicklung herausgebracht hat, das Unibody-Gehäuse, und andererseits einen dummen Design-Fehler zum Standard erhoben hat, nämlich spiegelnde Displays.

Seit dem Erscheinen der Unibody-Generation 2008 gibt es das 15-Zoll-MacBook-Pro nur noch mit spiegelndem Display zu kaufen. Vielleicht wegen der vielen Proteste hatte Apple zumindest teilweise ein einsehen, und hat mit dem Upgrade des 17-Zoll-Modells im Januar 2009 eine Anti-Glare-Option eingeführt, die jedoch unverständlicherweise einen Aufpreis kostet. Das 15-Zoll-Modell gibt es nach wie vor nur in „glossy.“

Apple-User, denen 17 Zoll zu unhandlich sind, für die ein spiegelndes Display jedoch schlicht unbrauchbar ist, suchen deshalb händeringend nach Lösungen für dieses Problem. Eine recht naheliegende Idee ist, eine matte Folie auf das Display zu kleben. In den USA bietet TechRestore zudem einen ziemlich kostspieligen Komplettaustausch des Displays an.

Beides hat Rob Griffiths von Macworld ausprobiert und beschrieben:

  1. Review: Power Support MacBook Pro Anti-Glare Film
  2. Hands-on: TechRestore’s matte-screen MacBook Pro service

Auch wenn Rob Griffiths aufs ausführlichste alle Vor- und Nachteile beschreibt und bewertet, redet er nach meinem Geschmack zu sehr um den heißen Brei herum. Denn letztendlich gibt es bei beiden Verfahren zu viele und auch zu gravierende Probleme.

(Natürlich muss jeder für sich entscheiden, wie die eigenen Prioritäten sind, wie kompromissbereit man ist. Aber wer nicht pingelig ist, stört sich wahrscheinlich auch nicht so sehr am originalen Spiegel-Display …)

Anti-Reflektions-Folie aufkleben

(Power Support MacBook Pro Anti-Glare Film)

Man hat eigentlich keine realistische Chance, die Folie ohne Luft- und/oder Staubeinschlüsse aufzukleben. Allein dieser Nachteil disqualifiziert diese Methode schon. Sich einfach zwei Folien zu kaufen und zu hoffen, dass man es beim zweiten Versuch durch den Übungseffekt perfekt hinkriegt, wie es Griffiths vorschlägt, ist doch ein Witz. Dass das Display nicht mehr so hell ist und die Farben anders aussehen, sind zusätzlich gravierende Nachteile. Dass die Original-Hardware nicht angetastet wird und man die Folie wieder abziehen kann, ist vielleicht noch der größte Vorteil dieser Methode.

Display-Austausch

(TechRestore’s matte-screen MacBook Pro service)

Teuer, aber eigentlich eine saubere Lösung. Aber auch hier gibt es Probleme, die indiskutabel sind. So schaffen es die Techniker offenbar nicht, das Display zu tauschen, ohne das Aluminium-Gehäuse und auch die Ersatz-Kunststoffblende zu beschädigen. Darüber, dass das nicht auffällig sei, kann man sagen, was man will – ich glaube das nicht. Aber auch wenn es tatsächlich nicht auffiele, würde ich nicht wollen, dass mein fast 2.000 Euro teures Notebook beschädigt wird. Die Beschädigungen würden mich auch dann kolossal stören, wenn sie nur bei genauem Hinsehen auffielen.

Résumé: Wahlmöglichkeit seitens Apple ist einzig sinnvolle Lösung

Da, salopp gesagt, beides nix taugt, wird es wirklich Zeit, dass Apple ein Einsehen hat und auch beim 15-Zoll-Modell ein entspiegeltes Display als Option anbietet.

Interessant zu wissen wäre, wie gut das von Apple beim 17-Zoll-Unibody-MacBook-Pro angebotene Display mit Anti-Glare-Option ist, das wohl irgendwann Ende Februar 2009 ausgeliefert wird. Hoffentlich ist es so gut, dass es den eigentlich unverschämten Aufpreis einigermaßen erträglich macht. Und hoffentlich bietet Apple die Option dann auch bald beim 15-Zoll-Modell an.

Was bin ich froh, dass bei mir zur Zeit kein Mac-Neukauf ansteht. Hoffentlich erst wieder zu einem Zeitpunkt, wenn Apple endlich ein Einsehen hatte.

Was ich auch nicht verstehe: Früher hatte man Röhrenmonitore. Da hat man auch vor ein Glasscheibe gesessen. Trotzdem waren diese Scheiben bei hochwertigen Modellen wunderbar entspiegelt. Was vor 10 Jahren Iiyama hinbekommen hat, dazu müsste Apple doch auch in der Lage sein …



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